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Bilanz

Die Bilanz ist eine nach bestimmten Kriterien gegliederte, summarische Gegenüberstellung von Wertkategorien. Sie wird vor allem als zentrales Instrument im betrieblichen Rechnungswesen angewendet, um stichtagsbezogen Vermögen (Aktiva) und Schulden (Passiva) gegenüberzustellen. Aktiva und Passiva sollten sich prinzipiell ausgleichen. Diese Form der Bilanzierung hat den Zweck das Eigenkapital zu ermitteln sowie die Vermögens- und Finanzlage eines Unternehmens zu beurteilen. Auf der Grundlage der Bilanzposten und der Bilanzstruktur werden häufig auch Bilanzkennzahlen berechnet und verglichen.

Der Begriff Bilanz wird oft synonym zu den Begriffen Jahresabschluss, Abschlussbilanz, Bilanzrechnung, Handelsbilanz, Konzernabschluss oder Unternehmensbilanz verwendet.

Grundlage für die Erstellung der Bilanz ist das Inventar. Alle Vermögensgegenstände werden auf der Aktivseite, alle Finanzierungsmittel auf der Passivseite festgehalten. Nach dem Handelsgesetzbuch (§ 242) muss jeder Kaufmann neben einer Eröffnungsbilanz zu Beginn seiner Gewerbetätigkeit für den Jahresabschluss eine Bilanz aufstellen.

Grundsätzlicher Aufbau bzw. Gliederung der Bilanz

Die Aktivseite (Aktiva)

Auf der linken Seite der Bilanz, der sogenannten Aktiva, wird die Mittelverwendung beschrieben. Die Mittel sind nach deren Liquidierbarkeit von oben (schwer liquidierbar) nach unten (leicht liquidierbar) geordnet:

  • Anlagevermögen (Immaterielle Vermögensgegenstände, Gebäude, Maschinen und Wertpapiere des Anlagevermögens)
  • Umlaufvermögen (Vorräte, Forderungen, Wertpapiere des Umlaufvermögens, Kassenbestand)
  • Aktive Rechnungsabgrenzungsposten (periodenfremde Aufwande, die bereits beglichen, jedoch erst in der nächsten Bilanzperiode anfallen)
  • Latente Steuern (können aus der Ungleichheit von Steuer- und Handelsbilanz resulieren und bilden dann zukünftige Steuervorteile ab)
  • Nicht durch Eigenkapital gedeckter Fehlbetrag
  • Bilanzsumme Aktivseite

Die Passivseite (Passiva)

Die Passivseite (Passiva) der Bilanzgliederung beschreibt die Mittelherkunft und unterteilt sich in Positionen des Eigen- und Fremdkapitals.

  • Eigenkapital (untergliedert in gezeichnetes Kapital, Kapital- und Gewinnrücklagen, Gewinn- und Verlustvortrag und den in der Gewinn- und Verlustrechnung (GuV) ermittelten Jahresüberschluss)
  • Rückstellungen (für Pensionen, Steuern oder mögliche Prozesskosten in der nächsten Geschäftsperiode)
  • Verbindlichkeiten (gegenüber Kreditinstituten oder aus Lieferungen und Leistungen)
  • Passive Rechnungsabgrenzungsposten
  • Passive latente Steuern
  • Bilanzsumme Passivseite

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